Technologie

Vom Solar Dryer
zur Produktionsstätte.

Der Solar Dryer trocknet Ernte ohne Strom und ohne Treibstoff. Er wird vor Ort gebaut und wächst mit: vom Einzelgerät über die Industrieanlage bis zur lokalen Produktionsstätte.

So funktioniert der Solar Dryer.

Sechs Bauteile, ein Kreislauf aus Sonne und Luft.

Kollektorfläche

Die Sonne erhitzt die Luft unter der Abdeckung. Kein Netzstrom, kein Treibstoff.

Lufteinlass

Kalte Luft strömt von unten nach und hält den Kreislauf in Gang.

Trockenkammer

Fünf Siebe übereinander. Die warme Luft zieht gleichmäßig durch das Erntegut.

Beschickung

Befüllt wird von der Seite, ohne die Kammer auszukühlen.

Kaminzug

Die feuchte Luft steigt auf und entweicht über den Kamin.

Aufstellung

Steht ohne Fundament und lässt sich dort aufbauen, wo geerntet wird.

010203040506
  1. 01

    Kollektorfläche

    Die Sonne erhitzt die Luft unter der Abdeckung. Kein Netzstrom, kein Treibstoff.

  2. 02

    Lufteinlass

    Kalte Luft strömt von unten nach und hält den Kreislauf in Gang.

  3. 03

    Trockenkammer

    Fünf Siebe übereinander. Die warme Luft zieht gleichmäßig durch das Erntegut.

  4. 04

    Beschickung

    Befüllt wird von der Seite, ohne die Kammer auszukühlen.

  5. 05

    Kaminzug

    Die feuchte Luft steigt auf und entweicht über den Kamin.

  6. 06

    Aufstellung

    Steht ohne Fundament und lässt sich dort aufbauen, wo geerntet wird.

Ein Mann belädt den Solar Dryer mit frisch geschnittenen Früchten

Modul 01

Solar Dryer

Unser Solar Dryer trocknet Getreide, Gemüse und Obst allein mit Sonnenwärme, ohne Netzstrom und ohne Treibstoff. Er wird mit lokalen Handwerkern vor Ort gebaut und von den Kooperativen selbst betrieben. So bleibt mehr von der Ernte erhalten, und die Bäuerinnen und Bauern können später zu besseren Preisen verkaufen.

~10 %
Nachernteverlust statt bis zu 30 %
~100 kg
pro Durchlauf
0 kWh
Netzstrom, 100 % Sonnenenergie

Gebaut vor Ort

Geschweißt und montiert in Senegal, Togo und Guinea-Bissau.

  • Rahmen schweißen

    Rahmen schweißen

  • Gestell vor Ort

    Gestell vor Ort

  • Montage der Kammer

    Montage der Kammer

  • Kollektor in der Sonne

    Kollektor in der Sonne

  • Erste Ernte auf den Sieben

    Erste Ernte auf den Sieben

Die Polycarbonat-Trocknungsanlage von außen, ein begehbares Solar-Gewächshaus mit Doppeltür

Modul 02

Polycarbonat-Trocknungsanlage

Für Kooperativen und größere Betriebe: ein begehbares Solar-Gewächshaus, das bis zu 900 kg pro Durchlauf trocknet.

Das Prinzip bleibt das des Solar Dryers, nur größer. Eine Hülle aus 6 mm starkem, UV-stabilisiertem Polycarbonat lässt 80 bis 85 % des Sonnenlichts durch und hält die Kammer auf 45 bis 50 °C. Acht Lüfter, betrieben über ein eigenes Solarmodul, führen die feuchte Luft ab. Eine Steuerung überwacht Temperatur und Luftfeuchte und hält die Trocknung auch nachts in Gang.

Das Erntegut liegt auf Horden in Rollwagen. So lässt sich die Anlage schnell be- und entladen, und eine Kooperative kann eine ganze Ernte auf einmal verarbeiten, statt in vielen kleinen Chargen. Das Stahlgestell ist modular aufgebaut und lebensmittelgeeignet beschichtet.

900 kg
pro Durchlauf
45 bis 50 °C
in der Trockenkammer
80 bis 85 %
Sonnenlicht durch die Hülle

Poly Dryer im 3D-Modell ansehen (auf Deutsch) →

Innenraum der Anlage mit Rollwagen, Horden voller Früchte und zwei Abluftrohren
Die Anlage von der Seite mit Lüftungsklappen

Vorteile

Was die Anlage bringt.

  • Bis zu 70 % schneller

    Mehr Wärme als in der offenen Sonne: Die Ernte trocknet in Tagen statt Wochen.

  • Geschützt vor Regen

    Kein Wiederbefeuchten bei Schauern und kein hektisches Abdecken.

  • Kein Staub, keine Schädlinge

    Insekten, Vögel und Nager kommen nicht an die Ernte.

  • Weniger Schimmel

    Kürzere Trocknung lässt Pilzen und Aflatoxin weniger Zeit.

  • Bessere Qualität

    Farbe, Aroma und Vitamine bleiben besser erhalten.

  • Höhere Preise

    Saubere, gleichmäßige Ware erzielt mehr am Markt.

  • Mehr Vitamine

    Schutz vor direkter UV-Strahlung und kürzere Trocknung schonen lichtempfindliche Vitamine wie Vitamin C.

Produktionscontainer mit Maschinenreihe und Hygienekammer, aus dem 3D-Prozessmodell

Modul 03, Erweiterung

Produktionscontainer

Aus getrockneter Ernte wird ein fertiges Produkt, direkt im Dorf oder am Feld. Der Container macht den Solar Dryer zu einer kleinen Produktionsstätte, die von der Kooperative selbst betrieben wird.

In einem umgebauten Seecontainer sind alle Schritte nach der Trocknung zusammengefasst:

  1. 01

    Hygienekammer

    Waschen, Händedesinfektion und Schutzkleidung vor dem Betreten.

  2. 02

    Sortieren

    Qualitätskontrolle und Trennen nach Güteklassen.

  3. 03

    Mahlen

    Zu Pulver, Mehl oder Gewürzmischungen.

  4. 04

    Verpacken

    Wiegen, abfüllen und etikettieren.

  5. 05

    Vakuumversiegeln

    Lange haltbar, transportfähig, bereit für Handel und Export.

Die Ausstattung wird an das jeweilige Erntegut angepasst, etwa Mango, Maniok, Hirse oder Gewürze. Der Container ist mobil, wird fertig ausgestattet geliefert und braucht kein festes Gebäude.

Die Wertschöpfung bleibt vor Ort.

Bisher verkaufen viele Kooperativen ihre Rohware direkt nach der Ernte, oft unter Zeitdruck und an Zwischenhändler. Verarbeitet und verpackt wird anderswo, und dort entsteht auch der Gewinn. Mit dem Container bleiben die Verarbeitung, die Arbeitsplätze und ein größerer Teil des Verkaufspreises in der Gemeinschaft, besonders für Frauen, die in der Weiterverarbeitung arbeiten.

Status

In Forschung mit dem Lehrstuhl EES der Bergischen Universität Wuppertal, geplant für den Einsatz in Ghana.

Produktionscontainer im 3D-Modell ansehen (auf Deutsch) →

  • Vom Rohstoff zum Produkt

    Trocknen, mahlen, verpacken, alles an einem Ort.

  • Wertschöpfung bleibt vor Ort

    Gewinn und Arbeitsplätze bleiben in der Kooperative.

  • Hygienisch und exportfähig

    Geschützte Verarbeitung nach Lebensmittelstandards.